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Blog 01 Marianne Frei

Blog Marianne Frei

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WINTERBILDER 2011

Der physische Berg als Allegorie für den spirituellen, der zwischen jeder Seele und ihrem Ziele steht, ist ein nahe liegendes, einleuchtendes Sinnbild.
Wie die im Tal hinter uns haben die meisten Menschen ihr Leben lang die spirituellen Berge vor Augen und setzen doch nie einen Fuss darauf, sondern begnügen sich damit, anderen zuzuhören, die oben gewesen sind, und ersparen sich so die Mühen.
Robert M. Pirsig (Zen und die Kunst, ein Motorrad zu fahren)

Keinen Tag, keinen Augenblick sind die Berge die gleichen.
An manchen Tagen sind sie bei Sonnenaufgang in Goldgelb getaucht, dann in Rot, dann in milchiges Weiss, danach in ein zartes Blau,das in ein kräftiges Violett über geht. In starker Mittagshitze überzieht sie oft ein dunstiges Orange, während ringsum alles verbrennt und aschgrau daliegt.
Später leuchten sie himmelblau oder besonders in den Frühlingsmonaten- so lila die Stiefmütterchen. Die Hänge scheinen mit goldenen Nägeln bespickt. Wie in einem Strom von Licht gleiten sie sanft über das Violett und das helle Blau hinweg in die Unendlichkeit.
Yasar Kemal (Memed,der letzte Flug des Falken)

Gedanken von Mark Twain zu den Bergen
“Die mächtige Spitze der Jungfrau,die sich zart gegen den Himmel abzeichnete und vom Licht der Sterne hauchfein versilbert wurde. Es war etwas Bezwingendes in der WIrkung dieser stummen und feierlichen und ehrfurchtheischenden Erscheinung. Man schien dem Unwandelbaren, dem Unzerstörbaren, dem Ewigen von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen und durch den Gegensatz das Belanglose und Vergängliche des eigenen Daseins um so schärfer zu empfinden.
Während ich dies empfand, tastete ich mich ohne es noch zu wissen, an eine Antwort auf die Frage heran, was das für ein Zauber sei, den die Menschen in den Alpen finden und in keinem anderen Gebirge – diese seltsame, tiefe, namenlose Einwirkung, die man nicht mehr vergisst, wenn man sie einmal gespürt hat, die, hat man sie einmal verspürt, ein ruheloses Verlangen hinterlässt, sie abermals zu verspüren – eine Sehnsucht, die wie Heimweh ist; ein schmerzliches, nie verstummendes Sehnen, das fleht und beschwört und einen solange plagt, bis es seinen Willen bekommen hat.”